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Ferien in Palästina oder Israel?

22. Oktober 2018

Israel und Palästina. Ich war wieder da. Zum dritten Mal. Diesmal mit der ganzen Familie. Ja klar, Spanien, Griechenland und Italien sind auch schön….und nicht so gefährlich denken jetzt ganz viele. Ich bin der Meinung, man ist fast nirgends sicherer als in Israel, aber das muss jeder für sich entscheiden.

Einer meiner Söhne dachte zwar auch, wir ziehen mit ihm in den Krieg, den Medien sei Dank…. Ich schaffte es gerade noch, ihn davon zu überzeugen, dass in Israel und Palästina die interessantesten, schönsten und friedlichsten Menschen auf der Welt leben. Und dass keine Bomben fallen werden….Ich sollte Recht behalten!

Ich liebe das Land, vor dem die meisten so viel Angst haben. Die Politik nicht, aber die Menschen. Die medialen Horror-Meldungen haben nämlich nichts, aber auch gar nichts, mit dem Leben dort zu tun.

Lebensfreude pur –  bestimmt  das Leben! Menschen, die hungrig sind nach dem Leben. Menschen, die witzig sind und sich nicht so ernst nehmen. Menschen, die sehr tolerant und neugierig sind – begegnen einem dort immer wieder.

 

Jerusalem und der Blick auf Felsendom und Klagemauer.

Ich stelle jetzt einfach mal ein paar Fotos von unserer Reise ein (die guten Fotos hat mein Sohn gemacht, die schlechteren sind von mir).

Wir flogen nach Tel Aviv, um direkt mit unserem Mietauto nach Betlehem zu fahren, um dort die ersten zwei Nächte zu verbringen. Betlehem liegt im Westjordanland, gehört zu Palästina und ist 10 Minuten von Jerusalem entfernt. Den Christen unter euch, ist Betlehem als Geburtsort Jesus Christus bekannt. Ja, die um den Geburtsplatz gebaute Kirche ist ganz schön- hunderte Menschen stehen täglich dort an, um zu sehen, wo ihr Heiland geboren ist.

Banksy Streetart Betlehem Mauer

Der Rest von Betlehem ist von ziemlicher Armut geprägt. Wir sind im Walled off Hotel abgestiegen – ein echtes Highlight im geschundenem Betlehem.

Betlehem

 

Immer noch Betlehem.

 

…auch Betlehem

 

…ich in Betlehem

Der englische Streetart-Art Künstler Banksy hat das Hotel mitdesignt und ganz viel seiner Kunst verschönert das Hotel – welches einfach nur cool ist und zum Nachdenken anregt. Banksy setzt sich sehr für die Belange der Palästinenser ein und versucht durch seine Kunst, auf deren Lage aufmerksam zu machen.

Ausblick aus dem „Walled Off Hotel“ auf die israelische Mauer.

Das Hotel steht direkt an der acht Meter hohen Grenz-Mauer zu Israel. Die Mauer in Betlehem ist komplett mit Streetart Kunst versehen, von Banksy – und jetzt auch von uns. Man kann nämlich selbst Hand anlegen und die Mauer „verschönern“ – welche die Israelis um die gesamte Westbank gebaut haben.

Brechlin Streetart jetzt auch in Betlehem.

 

 

Banksy Kunst in der Präsidential Suite des Walled Off Hotel. Also die Leo’s an der Wand…der Rest bin nur ich.

Jerusalem liegt direkt neben Betlehem  – natürlich haben wir uns die Alt-Stadt angeschaut. Bissel Religionsgeschichte muss  sein – wenn man schon mal da ist. Auf dem Weg in die Negev Wüste haben wir natürlich eine Stopp am toten Meer eingelegt und auch mein 90 Kilo schwerer Mann blieb –  ohne sich zu bewegen-  an der Oberfläche.

Man sieht es nicht so wirklich gut, aber dieses Weiss-Gräuliche sind alles Salzkristalle – barfuss ins Tote Meer ist fast unmöglich – es sein denn, man hat eine 10 cm dicke Hornhaut an den Füssen…..urgh…oder Schuhe an.

Für die Kinder war es ein grosses Fest im toten Meer zu baden, wie eine Boje darin zu stehen und partout nicht unterzugehen.

Die zwei kommenden Nächte in der Wüste werde ich nie vergessen, denn dort erwartet einen – ausser vielen Steinen und in der Nacht Millionen Sterne am Himmel – NICHTS!

Die Negev Wüste.

 

Man kann herrlich wandern. Der Blick über die Steindünen ist gigantisch.

Es ist der Wüste egal, ob wir hier sind.

Viele Israelis gehen für ein paar Tage, oder eine längere Zeit in die Wüste, um zur Ruhe zu kommen und sich mal selbst zu spüren! Es ist in Worte schlecht zu fassen, tut aber einfach gut!

Unsere längste Tour war dann mit dem Mietwagen von Tsukim, was ziemlich im Süden von Israel liegt, vier Stunden, bis ganz in den Norden hinauf – nach Akko – das ist an der Grenze zum Libanon.

Stadtmauer von Akko. Hier haben sich vor langer Zeit, die letzten Tempelritter verschanzt. Jetzt versucht man, mit viel Aufwand, die alten Gemäuer zu erhalten.

Da ist alles grün und saftig. Akko ist eine Stadt in Israel, die vor allem von Palästinensern (mit israelischem Pass) bewohnt wird. Sehr schön, total verwinkelt und uralt. Von dort aus sind wir nach RoshHanikra gefahren, das sind Felsen am Mittelmeer, durch die man hindurch laufen kann und das Meer spiegelt sich wunderschön.

Rosh HaniKra

Von Akko aus, sind wir in knapp eineinhalb Stunden nach Tel Aviv/Jaffa gefahren, um dort die restlichen vier Tage unserer Reise zu verbringen. Das Mietauto brauchten wir da nicht mehr, denn fussläufig ist eigentlich alles gut zu erreichen und Busse und Taxen fahren regelmässig. Tel Aviv ist laut, jung, sehr sportlich und modern. Yaffa  – der arabische und alte Teil der Stadt ist verwinkelt und wunderschön. Beides hat seinen Reiz und beides ist sehr sehenswert.

Yaffa Old Town.

So, das war so die Kurzversion unserer super schönen 10-tägigen Reise nach Israel und Palästina. Achso, ich habe vergessen zu schreiben, dass das Essen einfach Weltklasse ist.

Keine Ahnung was das ist. Irgend etwas Süsses. Die gelbe Farbe ist jedenfalls toll! Wir haben vieles probiert und es war alles Spitzenklasse.

Man kann nicht schlecht essen. Nie haben wir bessere Mezze (teilweise 16!!! Teller) gegessen und der Fisch ist immer super frisch. Es ist ALLES einfach Spitzenklasse. Aber teuer!!!

Den Geldautomaten mussten wir leider öfter aufsuchen, als uns lieb war. Israels Preise sind happig…

Alles ein bisschen oberhalb von Fast Food, hat schnell Gourmetpreise.

Das Wetter ist im Oktober so ziemlich wie bei uns im Sommer. 28 Grad am Meer,  in der Wüste war es ein wenig heisser, so um die 33 Grad. Nachts wird es etwas kühler, aber auch nicht wirklich erfrischend.

Wenn ihr in der kühlen Jahreszeit mal abseits des Mainstreams in die Wärme reisen, euch drei einhalb Stunden Flugzeit genug sind, ihr etwas erleben wollt und tolle Menschen kennenlernen möchtet – Israel und Palästina sind da mein heissester Tipp.

Die Politik in den Ländern hat wirklich nichts mit den Menschen zu tun. Wie überall auf der Welt wollen die Menschen auch dort einfach in Frieden mit ihrer Familie leben.

Mein schlichtes Gemüt findet die Ideen und den Lösungsvorschlag des israelischen Historikers Shlomo Sand  einfach und gut.

Shlomo Sand hat nämlich, in seiner 30 jährigen Forschung, nach den Wurzeln des Judentums in Israel geforscht, und konnte keine wissenschaftlichen Beweise dafür finden. Darauf beruft sich aber der israelische Staat. Herkunftsrecht sozusagen.

Shlomo Sand ist israelischer Jude und plädiert auf Grund seiner Forschungsergebnisse  dafür, dass es den Staat Israel weiter geben soll – aber als EINEN Staat für die dort lebenden Juden und Palästinenser gleichermassen. Aber nur für die, die bereits dort leben. Bisher kann jeder Jude irgendwo auf der Welt, einwandern und israelischer Staatsbürger werden… so die israelische Politik…Tja…

Aber auf mich und Shlomo hört ja keiner…..

 

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