Familie

Happy Frauentag!

8. März 2019

Heute ist der internationale Frauentag. Seit 1921 wird er jährlich am 8. März gefeiert. Er entstand mal aus einer sozialistischen Initiative, die Gleichberechtigung und das Wahlrecht für Frauen durchzusetzen.

In vielen Ländern ist Gleichberechtigung noch heute ein grosses Thema. Frauen haben praktisch keine, oder nur wenige Rechte. Frauen werden nach wie vor, verkauft, verheiratet und oder, wie eine Ware behandelt.

Wir können hier tun und lassen was wir wollen! Haben alle Rechte, genau gleich wie die Männer. Wir müssen sie nur ergreifen. Wenn es scheitert liegt es an uns. Am Nichtwollen, zu wenig Biss, an traditionellen Rollenbildern, an Dingen die jeder Einzelnen wichtig sind – da gibt es unzählige Gründe.

Wie toll, dass wir alle Möglichkeiten haben! Allein weil wir das Glück hatten, hier geboren zu sein.

Gleichberechtigung spielt meist erst mit der Gründung einer Familie eine Rolle. Auch noch heute arbeiten Frauen mit Kinder meist in Teilzeit. Was total ok ist. Aber in Teilzeit lässt sich keine grosse Karriere machen. Was ja nicht schlimm ist, denn Karriere ist meiner Meinung nach überbewertet. Aber wenn man eine machen will, muss man sich halt reinhängen in den Job – nicht nur zwei Tage die Woche – sondern mindestens fünf – so sind die Regeln.

Ich mache zum Beispiel das Gegenteil von dem, was meine Eltern mir vorgelebt haben. Haben beide zu hundert Prozent gearbeitet.

Aufgewachsen bin ich in einer ostdeutschen Familie: Die Mutter arbeitete als Krankenschwester in drei Schichten, der Vater war auch von früh bis spät auf der Arbeit. Meine Schwester und ich gingen bis zur 3. Klasse nachmittags in den Hort, fünf Tage die Woche bis abends. Später waren wir „Schlüsselkinder“ – was uns sehr früh selbstständig machte.

Am Wochenende und in den Ferien war ich meist bei meinen Grosseltern, die ich abgöttisch liebte. Sie waren die Einzigen, die Zeit für mich hatten und sich diese auch genommen haben. Die immer an mich glaubten und mir das Gefühl gaben, ein besonderer Mensch zu sein. Bei ihnen bekam ich Aufmerksamkeit und sehr viel Liebe. Meine Eltern gaben ihr Bestes, aber sie waren immer im Stress, zudem sehr jung und wollten wohl etwas mehr vom Leben, als ihre wenige freie Zeit, ausschliesslich mit den Kindern zu verbringen. Verständlich.

Für mich war es normal, dass meine Eltern völlig gleichberechtigt waren. Sie waren nie voneinander abhängig. Nicht finanziell und auch sonst nicht. Trotzdem blieb die meiste Hausarbeit an meiner Mutter hängen, alles Organisatorische übernahm sie auch. Mein Vater mischte sich nicht gross in die Erziehung ein, also musste meine Mutter entscheiden. Es war der pure Stress für alle!

Nachdem ich selbst Kinder bekam, beschäftigte ich mich sehr mit meiner eigenen Kindheit.

Ich wusste, ich will auf jedem Fall wieder arbeiten gehen, aber niemals in Vollzeit, denn ich wollte meine Kinder kennen. Ich wollte Zeit mit ihnen verbringen. Sie aufwachsen sehen und Entscheidungen treffen. Die Kinder waren mir immer wichtiger als mein Job. Und ja, ich hatte auch das Glück, dass der Lohn meines Mannes ausreichte, um uns alle „durchzubringen“.

Der Beruf meines Mannes, nimmt einen wichtigen und grossen Teil seines Lebens ein. Für ihn war immer klar, dass er weiter arbeitet, wie er es bereits ohne Kind tat. Ihm wäre es auch recht gewesen, wenn wir eine Vollzeit-Nanny angestellt – und ich in Vollzeit gearbeitet hätte. Für mich war das – aufgrund meiner eigenen Kindheit – aber überhaupt nicht ok!

Ich arbeitete drei Jahre Teilzeit, das Kind drei Tage die Woche in der Krippe und kündigte dann meinen Job. Aus Gründen.

Für die Kinder ist es toll, dass ich immer für sie da war und bin. Aber logisch war es eben auch so, dass im Berufsleben kein Hahn mehr nach mir krähte.

Mittlerweile arbeite ich wieder – Teilzeit. Es war zermürbend ins Berufsleben zurück zu finden und es nagte wie verrückt an meinem Selbstwertgefühl. Aber: ICH hatte es so gewählt. Aus Gründen.

Bei der Wahl gibt es auch kein Richtig oder Falsch. Das muss jede für sich entscheiden. Vollzeit, Teilzeit, ganz zu Hause. Wichtig ist nur, dass man dazu steht, die Entscheidung selbst getroffen zu haben. Und das wir Frauen zusammen halten und uns nicht die Augen aushacken, nur weil man seine Entscheidung für die Beste und Richtigste von allen hält.

Denn wir haben die Wahl, wir dürfen entscheiden! Was für ein Glück. Lasst uns zusammen halten.

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